Ans­bach ist Bahn­hof des Jah­res 2026

26. Oktober 2026 | Aus der Branche

Copy­right Fotos: Deut­sche Bahn AG / Chris­tian Bedeschinski

Das baye­ri­sche Ans­bach hat den “Bahn­hof des Jah­res 2026”. Mit dem Titel zeich­net die Alli­anz pro Schiene seit 2004 die bes­ten Bahn­höfe Deutsch­lands aus. Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei die Per­spek­tive und die Bedürf­nisse der Reisenden.

Der Bahn­hof der 40.000-Einwohnerstadt in Mit­tel­fran­ken war bis Ende 2024 im Rah­men des Pro­gramms „Zukunfts­bahn­höfe“ der Deut­schen Bahn umfas­send moder­ni­siert wor­den. Die neun­köp­fige Wett­be­werbs-Jury urteilt laut Alli­anz pro Schiene: man sehe dem Bahn­hof an, dass Wert auf eine anspre­chende Gestal­tung über die reine Funk­tio­na­li­tät hin­aus Wert gelegt wurde. „Der äußer­lich schnör­kel­lose Nach­kriegs­bau mit kla­ren For­men über­rascht mit einer licht­durch­flu­te­ten War­te­halle in fri­schem Design. Statt unge­müt­li­cher Metall­bänke war­ten im Bahn­hof Ans­bach Sitz­mög­lich­kei­ten aus Holz auf die Rei­sen­den, und statt kalt­wei­ßen Funk­ti­ons­leuch­ten sor­gen stil­volle Decken­leuch­ten für eine ange­nehme Atmo­sphäre.“ Über­zeugt zeigt sich die Jury auch von der Anschluss­mo­bi­li­tät am Bahn­hof Ans­bach: Für Fahr­rad­fah­re­rin­nen und Fahr­rad­fah­rer gebe es seit der Sanie­rung zahl­rei­che, meist über­dachte Abstell­an­la­gen mit kur­zen Wegen zu Glei­sen. Auch abschließ­bare Fahr­rad­bo­xen sind vor­han­den. Der Bus­bahn­hof sei auf kur­zem Weg erreich­bar, eine Anfahrt mit Pkw und Taxi sei an den Sei­ten­be­rei­chen des Bahn­hofs unkom­pli­ziert möglich.

In der Bahn­hofs­halle kön­nen Rei­sende aus ver­schie­de­nen Ser­vice-Ange­bo­ten wäh­len, dar­un­ter eine Bahn­hofs­buch­hand­lung (Eckert) sowie ver­schie­dene gas­tro­no­mi­sche Ange­bote (Sub­way, Yorma’s) mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten und mit Außer-Haus-Ver­kauf. Hinzu kom­men eine anbie­ter­über­grei­fende Pack­sta­tion direkt am Bahn­steig, Gepäck­schließ­fä­cher und eine Anlauf­stelle mit Ser­vice­per­so­nal. Bepflanzte Berei­che mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten sor­gen bei schö­nem Wet­ter für zusätz­li­che Auf­ent­halts­qua­li­tät an den Bahn­stei­gen. Für Rei­se­ge­päck ste­hen außer­dem Schließ­fä­cher zur Ver­fü­gung. Eine moderne öffent­li­che Toi­lette fin­det sich auf dem Vor­platz des Bahnhofs.

Ver­bes­se­rungs­po­ten­zial sah die Wett­be­werbs-Jury eben­falls: Die bereits reno­vierte Unter­füh­rung zwi­schen Bahn­stei­gen und Süd­aus­gang des Bahn­hofs Ans­bach könnte durch zusätz­li­che Gestal­tungs­ele­mente und Farb­ak­zente freund­li­cher gestal­tet wer­den. Die Unter­füh­rung sei zwar aus­ge­spro­chen sau­ber und hell, so die Jury, wirke aber eher nüch­tern und ste­ril. Für die abfah­ren­den Busse auf dem Bahn­hofs­vor­platz wünscht sich die Jury eine Echt­zeit-Anzeige im Bahn­hof. Außer­dem fände sie ein bahn­hofs­wei­tes WLAN-Ange­bot hilfreich.

In der Jury ver­tre­ten sind die drei gro­ßen deut­schen Kun­den­ver­bände: der Ver­kehrs­club Deutsch­land, der Fahr­gast­ver­band Pro Bahn und der Deut­sche Bahn­kun­den-Ver­band. Wei­tere Mit­glie­der sind der Auto Club Europa, der All­ge­meine Deut­sche Fahr­rad-Club sowie die Koope­ra­tion Fahrt­ziel Natur und der Deut­sche Tou­ris­mus­ver­band. Die Geschäfts­stelle der Alli­anz pro Schiene stellt zwei Mitglieder.