Das bayerische Ansbach hat den “Bahnhof des Jahres 2026”. Mit dem Titel zeichnet die Allianz pro Schiene seit 2004 die besten Bahnhöfe Deutschlands aus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektive und die Bedürfnisse der Reisenden.
Der Bahnhof der 40.000-Einwohnerstadt in Mittelfranken war bis Ende 2024 im Rahmen des Programms „Zukunftsbahnhöfe“ der Deutschen Bahn umfassend modernisiert worden. Die neunköpfige Wettbewerbs-Jury urteilt laut Allianz pro Schiene: man sehe dem Bahnhof an, dass Wert auf eine ansprechende Gestaltung über die reine Funktionalität hinaus Wert gelegt wurde. „Der äußerlich schnörkellose Nachkriegsbau mit klaren Formen überrascht mit einer lichtdurchfluteten Wartehalle in frischem Design. Statt ungemütlicher Metallbänke warten im Bahnhof Ansbach Sitzmöglichkeiten aus Holz auf die Reisenden, und statt kaltweißen Funktionsleuchten sorgen stilvolle Deckenleuchten für eine angenehme Atmosphäre.“ Überzeugt zeigt sich die Jury auch von der Anschlussmobilität am Bahnhof Ansbach: Für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer gebe es seit der Sanierung zahlreiche, meist überdachte Abstellanlagen mit kurzen Wegen zu Gleisen. Auch abschließbare Fahrradboxen sind vorhanden. Der Busbahnhof sei auf kurzem Weg erreichbar, eine Anfahrt mit Pkw und Taxi sei an den Seitenbereichen des Bahnhofs unkompliziert möglich.
In der Bahnhofshalle können Reisende aus verschiedenen Service-Angeboten wählen, darunter eine Bahnhofsbuchhandlung (Eckert) sowie verschiedene gastronomische Angebote (Subway, Yorma’s) mit Sitzgelegenheiten und mit Außer-Haus-Verkauf. Hinzu kommen eine anbieterübergreifende Packstation direkt am Bahnsteig, Gepäckschließfächer und eine Anlaufstelle mit Servicepersonal. Bepflanzte Bereiche mit Sitzgelegenheiten sorgen bei schönem Wetter für zusätzliche Aufenthaltsqualität an den Bahnsteigen. Für Reisegepäck stehen außerdem Schließfächer zur Verfügung. Eine moderne öffentliche Toilette findet sich auf dem Vorplatz des Bahnhofs.
Verbesserungspotenzial sah die Wettbewerbs-Jury ebenfalls: Die bereits renovierte Unterführung zwischen Bahnsteigen und Südausgang des Bahnhofs Ansbach könnte durch zusätzliche Gestaltungselemente und Farbakzente freundlicher gestaltet werden. Die Unterführung sei zwar ausgesprochen sauber und hell, so die Jury, wirke aber eher nüchtern und steril. Für die abfahrenden Busse auf dem Bahnhofsvorplatz wünscht sich die Jury eine Echtzeit-Anzeige im Bahnhof. Außerdem fände sie ein bahnhofsweites WLAN-Angebot hilfreich.
In der Jury vertreten sind die drei großen deutschen Kundenverbände: der Verkehrsclub Deutschland, der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Bahnkunden-Verband. Weitere Mitglieder sind der Auto Club Europa, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club sowie die Kooperation Fahrtziel Natur und der Deutsche Tourismusverband. Die Geschäftsstelle der Allianz pro Schiene stellt zwei Mitglieder.